Wider dem Automatenwahn

Die Servicewüste erlebt man ja jeden Tag: "Sagen Sie: Bananen"...

Doch zum Jahresbeginn gibt es auch noch Gutes zu berichten. Kaufland in Hannover hat die unsäglichen Automaten für Pfandflaschen abgeschafft, dort wird der Kunde nun wieder persönlich bedient.

Also drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:
Kunden werden persönlich bedient und das erheblich schneller als ein Automat jemals könnte. Und schließlich werden Jobs geschaffen.

Deutscher Büttel des Amis

Mal wieder. Daten. Ohne sie geht ja nix mehr.

Mit ihnen aber auch bald nicht mehr. Es gibt ja ein Abkommen, dass wohl in kürze abgenickt werden soll. Danach dürfen die Amis in deutschen Daten und umgekehrt wühlen und Daten anfordern - die sie dann auch erhalten.

Eine Katastrophe! Wozu gibt es eigentlich ein Datenschutzgesetz? Was ist mit der informationellen Selbstbestimmung, die ja auch die Politik immer wieder in ihren Sonntagsreden fordert?

Wer klagt gegen diesen Wahnsinn? Meine Unterstützung ist sicher!

Ich erkläre hiermit verbindlich und für alle, sowohl öffentliche wie auch private Institutionen, dass meine persönlichen Daten zu keiner Zeit, auch nicht vorübergehend oder firmenintern, an oder in die USA übermittelt werden dürfen.

Erfrischendes Toilettenkonzept

Oh, sehr erfrischend, dass ich nun auch für die Verrichtung einer Notdurft abgezockt werde.

50 Cent, die ich angeblich zurückbekomme. Dumm nur, dass die Preise an den Raststätten immer mindestens 50 Cent höher sind, als neben der Autobahn.

Wo ist mein Vorteil? Es gibt keinen. Von jedem Restaurant erwarte ich, dass deren Toiletten sauber sind! Sind sie bei diesem tollen Sanifair aber nicht immer. Und eine Bon-Einlösung bedarf oft einer sehr intensiven Diskussion, sehr unerfreulich. Trotz der in den Gaststättenverordnungen klaren Regelungen, dass die Toilletenräume nicht durch Automaten o.ä. versperrt und nicht kostenpflichtig sein dürfen. Man stelle sich das mal vor: jedes Restaurant baut einen Automaten ein mit Gutschein für's nächste Essen... Tolle Kundenbindung.

Was soll das? Warum können die Raststättenbetreiber (Tank & Rast) nicht klar dazu verpflichtet werden, saubere Toiletten zur Verfügung stellen zu müssen - denn das Geld holen sich die Raststätten ja locker und immer durch die viel höheren Preise für so ziemlich alle Produkte wieder rein. Eine Packung Gummibärchen für 1,95 - Discounter des Vertrauens: 0,89.

Wann hört es auf, dass wir alle abgezockt werden, damit die hinter Tank & Rast stehende Heuschrecke, die ja die Schulden bei Tank & Rast erstmal fleissig erhöht hat, sich einen tollen Gewinn aus nur genau dieser Aktion verschaffen konnte? Wann wachen unsere Politiker mal auf und stellen den Bürger in den Vordergrund und stellen sicher, dass die Unternehmen ihrer Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit gerecht werden?

Bis es soweit ist, entscheide ich mich mit den Füssen: Raststätten sind Tabu und werden komplett boykottiert. Eventuell schreibe ich auch noch mal an die zuständigen. Da ich in der Firma Sanifair/Tank & Rast keinerlei Gehör erwarte, natürlich auch an die zuständigen Stellen in der Politik. Schließlich ist es ein Privileg, direkt an der Autobahn eine Raststätte betreiben zu dürfen. Und dieses Privileg muss letztlich dem Bürger zu Nutzen sein!

Verantwortung

Ich wiederhole mich. Tricksen, täuschen, tarnen, verpissen. Dazu gesellen sich Lügen, Drohungen und unlautere Methoden.

Das ist Deutschland 2008. Ein Sommermärchen.

Nicht nur die Großen machen, auch die kleinen. Wir haben einen Balkon anbauen lassen. Vom Vertragstext und dem Aufmass will nun aber vor allem der Balkonbauer selbst nichts mehr wissen. Lügen, Dreistigkeit und Unverschämtheit sollen obsiegen, ist das Motto.

Wann wachen wir endlich auf und nehmen auch 10 EUR, 100 EUR und auch 500 EUR wieder als Wert wahr, statt zu kuschen, zu zahlen und uns zu ärgern?

eBay nervt

Ich bin den Entwicklern von Firefox sehr dankbar. Dankbar dafür, daß es Extensions gibt, die auf Kleinigkeiten achten. NoScript ist das beste Beispiel dafür, daß dem User endlich mal klar wird, wem er eigentlich seine Daten anvertraut.

Bei Ebay ist es nämlich so, daß ich javascript von der Seite "custhelp.com" zulassen muss, um den Kundenservice von Ebay (!) anzusprechen. Natürlich ohne jeden Hinweis von Ebay, dass hier Dritte eingeschaltet und völlig intransparent genutzt werden.

Und das soll ich nun zulassen, wo gerade heute ein Ebay-Hack vorgeführt wurde, bei dem mit Javascript von Nicht-Ebay-Seiten dazu führt, daß meine persönlichen Daten kompromittiert werden?

Warum das alles? Das ebay-Mitglied schutzfolien24-de hat mir wiederholt entgegen der Ebay-Grundsätze und gegen meinen ausdrücklichen Wunsch Spam geschickt.

Aber es ist wohl Mode, abzuzocken, zu ignorieren, zu beschwichtigen, intransparent zu sein und nur den eigenen Geldbeutel zum König zu machen.

Pisa ist kein Wunder

Wenn Saturn sagt "wir haben alles gegeben - jetzt geben wir den Rest", was sollen unsere Kinder davon in Bezug auf Logik lernen?

Oder eine Arzneimittelwerbung, bei der das Medikament bei Verwendern erste Wahl ist. Welche Wahl soll es denn bei Nicht-Verwendern sein?

So ein Schwachsinn.

Beschreibungen von TV-Sendungen

Es gibt ein tolles Projekt, mit dem man auf dem Computer hervorragend und schön gegliedert die Sendungen, zu denen man die Pausenwerbung natürlich konsumieren soll, auswählen kann. Dieser TV-Browser ist in Java geschrieben und läuft auf vielen Platformen.

Offenbar wollen diese Sender die kostenlose Werbung durch das Programm nicht. Denn sie verlangen Gebühren für das Nutzen der Sendungsbeschreibungen. Was für ein Schwachsinn.

Auch hier eine "Verwertungsgesellschaft", in der die privaten Sender (u.a. RTL-Gruppe und ProSiebenSat1-Gruppe) organisiert sind. Dabei geht es nur noch darum, auch die letzten Cent aus den Konsumenten zu pressen und die Konsumenten so zu zwingen, die unnötigen TV-Magazine zu kaufen.

Verstehen die werbefinanzierten Sender mit einmal das werbefinanzierte Modell nicht mehr?

Daten in der Insolvenz

Sehr interessant ist, was passiert, wenn ein Unternehmen in die Insolvenz geht. Nicht nur, dass ein Vorleistung leistender Kunde (z.B. Ebay) vermutlich weder sein Geld noch seine Ware erhält, obendrein werden auch die Daten des Kunden in der Regel gegen dessen Willen fleissig zu Geld gemacht.

Entweder, der Unternehmer verkauft die Daten an Adresshändler, oder vielleicht macht es sogar der Insolvenzverwalter, der ja alles zu Geld machen soll, damit die Verbindlichkeiten -und damit natürlich auch dessen eigene Gage- bezahlt werden können.

Hierbei drängen sich mehrere Fragen auf.
1. Dürfen die Daten der Kunden ohne deren explizite Zustimmung oder sogar gegen den in Verträgen und/oder AGB erklärten Willen an Dritte verkauft werden?
2. Muss nicht der Insolvenzverwalter, der ja die Geschäfte der Firma entweder fortführen oder abwickeln soll, Auskunft darüber geben, wem die Daten verkauft wurden? Der alte Geschäftsführer jedenfalls ist ja nicht mehr am Drücker.

Wie sonst kann der Kunde verhindern oder zumindest korrigieren, was die Firma verursacht hat. Und das hieraus aufgrund der notwendigen Arbeit und Kosten ein Anspruch gegen die Masse entsteht, ergibt sich von selbst.

Ich selbst erlebe gerade einen solchen Fall.
Der Insolvenzverwalter weigert sich, mir Auskunft nach BDSG über die über mich gespeicherten Daten sowie die nachgewiesen erfolgte Veräusserung meiner Daten an einen Dritten zu erteilen. Ich bin gespannt, wie der Richter/Rechtspfleger diesen Sachverhalt im Termin (Gläubigerversammlung) beurteilt. Kommt bestimmt nicht gut für den Insolvenzverwalter, wenn er sich trotz klarer Auskunftspflicht erst verklagen lassen will - und damit unnötig Kosten zu Lasten der Masse verursacht.

Ich werde berichten.

Telefon-Marketing

Ungefragt, unverschämt und unnötig. Das ist Telefonmarketing.

Und hierzu werden Daten von Kunden ungefragt und ohne Genehmigung an andere Unternehmen, besonders gerne in England, weitergegeben.

Und das beste dabei ist ja, dass diese Marketing-Unternehmen ausschliesslich mit unterdrückter Rufnummer anrufen, so dass sie nicht erkennbar sind! Dies sollte schonmal abgeschafft werden - Unternehmen jeglicher Art sollten zur Übermittlung Ihrer Rufnummer verpflichtet werden.

Als Betroffener sollte ich die Möglichkeit haben, das Unternehmen auf deutliche und schmerzhafte Geldzahlung zu verklagen, wenn meine Daten ungefragt und ohne Genehmigung weitergegeben werden.

Freiheit und Sicherheit

Eine hervorragende Zusammenfassung zu diesem Themenkomplex, den ich auch immer mal wieder bei mir im Blog streife, hat Heribert Prantl, Leiter des Innenressorts der Süddeutschen Zeitung, geschrieben.

Der Terrorist als Gesetzgeber - eine Pflichtlektüre.

Ich habe diesen Artikel auch meinen Abgeordneten, den Damen Dr. Winterstein und Pawelski sowie Herrn Andres, zur Lektüre empfohlen. Vielleicht bekomme ich ja eine Rückmeldung.

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